Nach oben blättern

Run at Rate vor dem Betreten der Produktionshalle, d. h. virtuelle Tests der Implementierung der AMR-Roboter

This post is also available in: English (Englisch) polski (Polnisch)

Run at rate (run@rate, run&rate)bedeutet meist eine Versuchsreihe von Produkten vor dem Start der eigentlichen Massenproduktion. Der Begriff kann sich aber genauso gut auf jeden Prozess beziehen, in dessen Ergebnis bestimmte „Produkte“ entstehen. Run-at-Rate-Verfahren eignen sich auch für Probeläufe von auf AMR-Robotern aufbauenden Intralogistiksystemen. In diesem Fall kann der gesamte Prozess ohne physische Eingriffe in ein bereits vorhandenes Materialhandhabungssystem durchgeführt werden, und zwar noch bevor der Raum, in dem er implementiert werden soll, geschaffen wird. Diese Möglichkeiten bietet das Tool VERSABOX VIRTUAL FACTORY™.

Was ist Run-at-Rate?

Im finanziellen Zusammenhang bedeutet Run at Rate der Erstellung von Vorhersagen über die Zukunft auf der Grundlage aktuellerUmsatzzahlen. Im ersten Quartal erwirtschaftete ein börsennotiertes Unternehmen beispielsweise 2,5 Millionen Nettogewinn, so dass die Aktionäre auf Jahresbasis mit einer Ausschüttung von 10 Millionen rechnen können. Unter Produktionsbedingungen handelt es sich um eine Art Test – die Herstellung einer Versuchscharge von Produkten, um die theoretischen Annahmen über das Produktionsvolumen in einer bestimmten Zeit unter Einhaltung der erforderlichen Qualitätsstandards zu überprüfen. In der Intralogistik dient Run-at-Rate dazu, die „Kapazität“ des fertigen Materialflusssystems zu überprüfen.

Es gibt keine allgemeingültigen Verfahren für Run-at-Rate. Die Prozeduren müssen auf einen bestimmten Produktionstyp oder Prozess zugeschnitten werden. Das Ziel ist jedoch immer das gleiche: die Bestätigung zu erhalten, dass ein bestimmter Prozess die Anzahl und die gewünschte Qualität des Endprodukts erzeugt. In vielen Run-At-Rate-Modellen wird auch die Möglichkeit der Überschreitung der geforderten Werte (z. B. Anzahl der Produkte oder Volumen der transportierten Güter) geprüft. Der Überschuss kann z. B. auf 120 % festgelegt werden. So können wir uns gegen zyklische Nachfragespitzen absichern. Dies gilt insbesondere für Hersteller von saisonalen Waren.

Prozeduren von Run at Rate in der Intralogistik

Die Prozeduren von Run-at-Rate, die auf traditionelle Weise durchgeführt werden, erfordern die Zusammenstellung der physischen Räume aller Bestandteile des intralogistischen Systems. Andernfalls ist es unmöglich, wertvolle (überprüfbare) Ergebnisse zu erhalten. Das bedeutet, dass eine Reihe von AMR-Robotern verfügbar sein muss sowie Ladestationen und Parkplätze, Pick-up- und Drop-off-Systeme installieren werden müssen. Notwendig ist zudem die Anpassung der Transportwege (Installation von Markierungen, horizontale Markierung von Kommunikationswegen) sowie oftmals zudem die Versetzung von Produktionsanlagen oder Lagerregalen. Zudem müssen die Bediener anderer Transportmaschinen und das Personal, das im gleichen Raum mit den Robotern arbeitet, geschult werden. Nur ein vollständig organisiertes System kann sinnvoll getestet werden.

Die Vorbereitung eines Probelaufs des intralogistischen Systems auf herkömmliche Weise ist zeitaufwändig und teuer – selbst wenn man davon ausgeht, dass sich die meisten Vorhersagen in der Praxis bestätigen. Wenn Fehler auftreten, steigen die Kosten exponentiell. Außerdem erzwingt jede Änderung, wie z. B. das Einführen eines neuen Roboters oder das Ändern eines Pfads, die erneute Durchführung aller Prozeduren von Beginn an. Ein langwieriges Einrichten des Systems und kostspielige Tests können vermieden werden, wenn die von VersaBox angebotenen Tools eingesetzt werden. Sie liefern zuverlässige Run-at-Rate-Ergebnisse, noch bevor die AMR-Roboter in der Fertigung oder im Lager eingesetzt werden.

Modellierung und Optimierung von intralogistischen Prozessen

Wir wissen, dass ein AMR-Roboter in der Lage ist, eine bestimmte Menge an Fracht pro Zeiteinheit zu transportieren, z. B. Tonnen oder Stück pro Schicht. Es scheint daher logisch, dass wir, um doppelt so viel Fracht in der gleichen Zeit zu transportieren, zwei Roboter einsetzen sollten. Diese Art der Skalierung funktioniert, aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Es kann sein, dass eine Erweiterung der Flotte von 5 auf 10 Roboter die Menge der beförderten Fracht nicht verdoppelt. Warum ist das so? Die Suche nach Antworten während der Implementierung kann extrem schwierig und teuer sein. Viel bequemer, günstiger und vor allem effektiver ist es, das Werkzeug VERSABOX VIRTUAL FACTORY™ zu verwenden.

Das von VersaBox entwickelte Tool dient der Planung, Simulation und Optimierung von intralogistischen Prozessen. Es ermöglicht die Durchführung und Prüfung einer beliebigen Anzahl von Run-at-Rate-Prozessen in Hinsicht auf den Einsatz von AMR-Robotern. Es reicht aus, die Applikation mit den entsprechenden Daten zu versorgen. Es wird ein Layout der Halle mit definierten Transportwegen, Standorten von Endpunkten und Ladestationen benötigt. Dies reicht aus, um ein neues System zu entwerfen und Aktualisierungen an bereits bestehenden Prozessen vorzunehmen. Jeder Intralogistikprozess kann an einem mit VERSABOX VIRTUAL FACTORY™ erstellten virtuellen Modell getestet werden. So können ganz einfach die Folgen der Einführung neuer Roboter, der Änderung von Wegen, der Verlegung von Abhol- und Abgabepunkten oder von Ladestationen untersucht werden.

Es ist zu erwähnen, dass die Möglichkeit der Beschleunigung der im virtuellen Modell ablaufenden Prozesse besteht. Damit ist nicht nur eine effektive, sondern auch eine schnelle Vorhersagemöglich. Durch die Beobachtung des virtuellen Modells erhalten wir Antworten auf Fragen, diagnostizieren und lösen Probleme, die wir mit herkömmlichen Werkzeugen nicht rechtzeitig erkennen würden.

 

Author avatar
Paweł Oziębło